Nachhaltig Silvester feiern ohne auf das allseists beliebte Böllern zu verzichten, geht das?

Man kennt es ja, jedes Jahr versammeln sich Hobbyraketentechniker, selbsternannte Sprengstoffexperten und farbenfrohe Explosionsdesigner in Super- und Baumärkten und legen ihr Weihnachtsgeld in tonnenweise Silvesterböllern, -raketen, -krachern, -knallern und weiterem Feuerwerk an. Oftmals hört man schon die ersten Knaller Stunden vor Mitternacht, und die letzten noch Stunden später, wenn auch die letzten Fehlzündungen doch noch in die Lüfte gehen und versuchen, die vielerorts im Einsatz befindliche Feuerwehr und Krankenwagen zu übertönen, welche sich mit den stolzen Brandwundenträgern, Amputationsneulingen oder gar der Entsorgung von einzelnen Körperteilen beschäftigen.

feuerwerk-daecherDoch trotz dem schönen Farbenspiel (Foto rechts von https://quarknet.de) samt Lärmpegeln eines Dresdner Bombensturms im zweiten Weltkrieg, sind Risiken für die eigene Gesundheit, sowie potentieller Opfer der versehentlich in Fenster, Bäume und Gebäude gelenkten Raketen nicht das größte Übel dieser hochheiligen Nacht. Jenseits von brennendem Fachwerk in Innenstädten lauern weitere Nachteile dieser Tradition, welche noch lange nach dieser Nacht nachwirken:

- Was hoch geht, kommt auch wieder runter! Zahlreich pflastert der Silvestermüll von Raketenresten Straßen, private Grundstücke und schlimmer noch die Natur! Mit Schnee und Regen spülen sich so Müll, Plastikteile und etwaige Reste chemischer Bestandteile in unser Grundwasser und ebenso in das der Tiere und Pflanzen (egal ob wir diese nun zu verspeisen wünschen oder nicht!). Die Feinstaubbelastung ist zudem in der Silvesternacht sehr hoch. Was auch immer wir tun, es kommt zu uns zurück wie ein Boomerang und schadet unserer Gesundheit.

- Doch lange bevor es mit der Nahrung in unsere Körper sickert, wirkt das Silvesterfest auf Leib und Seele. Nicht jeder mag den lauten Krach. So mancher Renter mag sich erinnert fühlen an den Lärm der Kriege (von denen immer noch genug auf diesem Planeten wüten, so dass auch jüngere Generationen mit einem Trauma dies Übel erleiden, bzw. von allerorts zu uns flüchten). Flüchtlinge assoziieren gegebenenfalls nicht Spaß und Freude mit dem Geböller. Und auch jenseits der Menschheit hinterlässt der Lärm Spuren im Tierreich. Zuhause jaulen die verschreckten Haustiere, welche das Treiben weder verstehen, noch genießen können neben den noch zu jungen menschlichen Babys, sollten diese nicht gerade im Tiefschlaf stecken. In der Natur selbst geht es ähnlich zu.

- Auch wenn dies wohl eher selten der Fall sein mag, bietet die Silvesterzeit für potentielle Terroristen die beste Möglichkeit legal an Sprengstoff, Raketen und andere hochgefährliche Geschosse und Proto-Bomben zu gelangen. Doch auch ohne diese mit böser Absicht zweckentfremdeten Feuerwerkskörper gibt es jedes Jahr Schäden und Opfer genug wenn Feuerwerk in Lagerhallen oder Fabriken sich entzündet und zu fatalen Kettenreaktionen führt! Mit einer Alternative zu diesem traditionellen risikobehafteten Stoff wäre vielen Problemen vorgebeugt.

Aus welchen Gründen auch immer man das Neue Jahr mit einem Knall einleiten will, es gibt Alternativen, bei welchen es nicht an Vergnügen mangelt und welche dennoch zahlreiche Vorteile zu obrigem Feuersturm bieten:

So wie wir einst das Schwert gegen Gewehre eintauschten, mag es nun an der Zeit sein, auch das Schießpulver und Feuerwerk abzuwracken und mit der Zeit zu gehen. Längst nicht mehr nur im Reich der Science Fiction, gibt es neue Arten der Kriegsführung, welche sich in den Alltag schleichen. Ob diese dazu taugen nachhaltig zu morden, ich glaube ja nicht, aber für das Silvesterfest bieten sich dennoch Möglichkeiten. Laser-Technik ist inzwischen günstiger und weiter verbreitet als noch vor 10 Jahren. Sie bietet viele Möglichkeiten für ein nachhaltiges Silvesterfest:

- Geräuscharm lassen sich Muster und Bilder in den Himmel malen und bei Bedarf können Soundeffekte aus dem Lautsprecher diese untermalen. Musik wäre hier sicher angenehmer für Mensch und Tier als Krach und Knall (von einigen Schlagersängern-/innen mal abgesehen!).

- Lasertechnik lässt sich wiederverwenden und hinterlässt keinen Abfallregen über den besiedelten Gebieten. Da man nicht jedes Jahr aufs neue kaufen muss, spart man so Milliarden jährlich weltweit (Ja die Geschäfte und Hersteller wollen das sicher nicht, aber das ist ja nicht deren Entscheidung!)!

- Die Möglichkleiten was man in den Himmel schreibt, malt und gestaltet sind unendlich und deutlich vielseitiger, als der von Feuerwerk mit seinem simplen geometrischen Kompositationen aus buntem Feuer.

- feuerwerk-0046.gif von 123gif.deBunte Himmelsbilder schaden auch nicht direkt dem Vogelflug nachtaktiver Tiere, noch besteht Gefahr für Leib und Seele durch Explosionen und Brände. Es sei denn Kabelbrand an einem veralteten und schlecht gewartetem Computer, der die Technik steuert (Hat man dann noch eine Gasheizung heißt es: Du hättest auch gleich Böllern können!).

Vielerorts wird diese neue Technik bereits eingesetzt, zum Beispiel in Freizeitparks wie bei Disney. Lasershows und Projektoren werfen ihre Bilder nicht nur auf Wasserfontänen und Nebel aus feinsten reflektierenden Partikeln oder gar Hauswände, Straßen und allerlei anderem, sondern die modernste Technik wird ebenso genutzt für clevere optische Illusionen in Fahrgeschäften und Geisterbahnen. Projektionen von bewegten Gesichtern auf fixe Statuen und Flächen suggerieren lebendige Figuren und sich bewegende Teile, wo keine sind. Beleuchtungstechnik ändert Farben und Muster und unter Kombination mit Spiegeln und weiteren Kniffen lassen sich so sogar die Besucher mit einbeziehen. Projektionen direkt auf die Haut oder das Gesicht verwandeln Menschen live. Nicht nur Film und Fernsehen nutzen diese Tricks bereits. So manches Geschäft verwandelt sich tagtäglich durch wechselndes Farbenspiel mit bunten Fassaden, ohne ständig neu streichen zu müssen. Farbprojektoren reichen aus. Es gibt Varianten für jeden Geldbeutel von Groß bis klein, und selbst die leeren Geldbeutel gehen nicht leer aus, dank praktischer kostenloser Do-it-yourself Anleitungen online! Manchmal genügen schon eine Taschenlampe und auf Overhead Projektor-Folie gedruckte Motive für einen kindgerechten Lichtzauber. Viele Kinderbücher und Zeitschriften arbeiten bereits mit ähnlichen Tricks und vertreiben billige Lichtspielereien für Kinder als Accessoir (leider oft noch aus Plastik). Die steigende Zahl an ferngesteuerten Drohnen in privater, wie auch Firmenbesitz sind in der Lage, durch Computer synchronisiert eine Art Wasserballet in der Luft auszuführen und durch Farben, Integration von Lasern und ähnlichen Gimmicks den Himmel erstrahlen zu lassen, mit Bildern und Illusionen wie man sie nie zuvor gesehen hat. Dies wurde bereits in diesem Jahr über Los Angeles in den USA mit hunderten Drohnen durchgeführt! Zahlreiche kleine Lichtpunkte vereinten sich zu gewaltigen Bildern und erzeugten Illusionen von weit größeren Objekten und Bildern.

So könnte das Silvesterfest in Zukunft sogar noch farbenfroher und vielfältiger werden, und nicht nur den Himmel in Farbe kleiden, sondern auch Fassaden und ganze Städte bunt erstrahlen lassen. Anstatt Müll würden lediglich Flugzeuge oder Nebelmaschienen die Luft mit umweltverträglichen Partikeln fluten, um so eine bessere Leinwand bieten zu können für Lasershows und Lichtbilder. Neue Kunstformen könnten entstehen, welche temporär mit Licht malen, Lichtgrafitti sozusagen, welche nicht nur statische sondern auch bewegte Bilder erlauben (ok, es gibt diese Kunstformen bereits in kleinerem Maßstab!). Fügt man noch weitere Technologien hinzu, wie die Holographie und ihre dreidimensionalen Bild- und Video-Möglichkeiten, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Ein Zuhause für Bienen und Co. – Insektenhotels und Bienenweiden

Überall hört man vom Bienensterben. Wenn aber im eigenen Garten keine Bienen zu sehen sind, der Lieblingsbaum im Park blüht, aber kein Summen zu hören ist oder die Obstbäume beim Nachbarn kaum noch tragen, begreift man es erst richtig.

IMG-20170621-WA0016Bestes Beispiel: Der Garten meiner Eltern.
Ein 2000m²-Paradies inmitten von Feldern am Stadtrand, große Obstbäume, Steingarten, Gemüsebeete, zahlreiche Beerenstäucher und Blumen ohne Ende. Immer summte es und überall waren Insekten, zahlreich und fleißig am umherschwirren. Dann kam 2017 und ein stiller Sommer – keine Bienen! Kein Summen! Warum kann man nur mutmaßen! Erst im Spätsommer kam eine Handvoll Bienen zum Vorschein und wer weiß, ob es 2018 überhaupt welche geben wird!

Auch die Groschenhexe kämpft in ihrer Kleingartenanlage auch seit Jahren gegen das Verschwinden der Bienen, Hummeln, Wespen, Schmetterlinge usw. und versucht die verschollenen Insekten wieder anzusiedeln. 

WP_20150803_11_49_42_Pro

Mit vier Insektenhotels am Gartenschuppen und einem Bienenweidebeet im ausgedienten Sandkasten werden sicherlich nicht Millionen Bienen und Co. angelockt und versorgt werden können, aber der Erfolg zeigt sich langsam.

Die Insektenhotels waren schon nach weniger Tagen das erste Mal besucht und nun,

ein paar Jahre nachdem sie aufgehängt wurden, sind Anfang April 2018 fast die Hälfte aller Appartements ausgebucht und es summt wieder im Garten. Kein Vergleich zu früher, aber es ist verdammt viel besser als Stille!

WP_20180407_12_01_37_Pro

Leute, macht mit!

Es ist nicht schwer, etwas für Bienen und ihre Freunde zu tun: ein paar Blumen im Balkonkasten, Insektenhotels aufhängen/aufstellen oder einfach auch mal etwas Blumenwiese beim Mähen stehen lassen!

IMG-20170614-WA0003

Insektenhotels lassen sich nicht nur kaufen, sondern auch leicht selber herstellen! Bastelideen findet man z.B. vorgestellt vom Nabu oder auf Kidsweb.de. Blumenmischungen speziell für Bienen und Co. findet man inzwischen in vielen Geschäften, wer es aber lieber “einfarbiger” mag, kann auch auf (Rot)Klee zurückgreifen oder sich ein paar Ringelblumen sähen.


LUXUS-INSEKTENHOTELS
Dass Insektenhotels übrigends auch etwas ausgefallerer aussehen können und sich auch optisch z.B. gut auf einem Firmengelände einfügen, zeigen die Modelle von “LUXUS-INSEKTENHOTELS“.


LUXUS-INSEKTENHOTELS

Es gibt halt für jeden Garten und jeden Geldbeutel das passenden Eigenheim für Insekten!

Einen Filmtipp zum Thema Bienen findet man zudem in dem Groschenhexeartikel
Zwei Filmtipps: “Summ mir das Lied vom Tod” & “The Green Lie”