Adventskalender-Türchen Nr. 15

Weihnachtswünsche        

Fragt man Groschenhexe-Junior, was der Weihnachtsmann ihm bringen soll, kommt nur die Antwort: Schosola (=Schokolade). Die sechs Jahre ältere Nachwuchs-Groschenhexe hingegen kann einen ganzen (langen, mit Sicherheit unvollständigen) Wunschzettel vorlegen.
Die Groschenhexe selbst wünscht sich eher Gesundheit, Zeit mit der Familie, mehr Zeit für die Webseite und zum Schreiben (ja, ich schreibe auch außerhalb des Internets, wenn das Buch fertig ist, sag ich Bescheid), ein paar Heinzelmännchen, die die Wohnung auf Vordermann bringen usw.

Egal wen man fragt, irgendeinen Wunsch hat meist jeder, der Weihnachten feiert, egal, ob es etwas für sich selbst oder für andere Menschen (“Ich wünsche mir Weltfrieden!”) ist.

Wünsche zu haben ist auch völlig okay, ja sogar vorteilhaft, denn:

– man erleichtert seinen Mitmenschen die Suche nach einem passenden Geschenk
- man macht sich Gedanken über die eigenen Wünsche, Träume oder Bedürfnisse und kann diese formulieren, analysieren, konkretisieren, artikulieren…, ergo, man weiß, was man (erreichen) will
- man erlaubt sich zu träumen, Gedanken zuende zu denken und lässt außer Acht, ob man etwas in Realität tatsächlich bekommen kann/wird (Wie meine Mutter immer sagt: “Wünschen darf man sich alles, ob man es kriegt, ist eine andere Geschichte!”)

Während Kinder fleißig Wunschzettel schreiben/malen/diktieren, machen sich Erwachsene kaum die Mühe, ihre Wünsche aufs Papier zu bringen?

Warum?

Angst davor etwas nicht zu bekommen?
Angst davor, als unersättlich, weltfremd, kindisch oder spießig zu gelten?
Keine Lust?
Keine Zeit?

An Ausreden mangelt es uns nicht! Dabei ist doch nichts dabei, mal aufzuschreiben, was man sich wünscht!

Vielleicht ist ein ehrlicher Wunschzettel mal notwendig, um seinen Mitmenschen zu zeigen, was man in dieser Zeit des Jahres wirlich braucht!

Socken und das 99. Parfum sind es vermutlich nicht!